Cavern Club reloaded


In der aktuellen Ausgabe meines Liverpool-Reiseführers kommt der Cavern Club nicht gut weg. Mein Eindruck nach dem letzten Recherchebesuch sowie ausführlicher Sichtung des Programms zum damaligen Zeitpunkt ließ nichts anderes zu: Beatles-Coverbands, soweit das Auge sehen und das Ohr hören konnte.

Besuch von Indie-Legenden

Nachdem jedoch im vergangenen Monat Indie-Legenden The Libertines – die jederzeit große Hallen und Arenen füllen, aber ihr neues Album zunächst im Rahmen einer Tour durch kleine Clubs vorstellen wollten – im Cavern gastierten, ist es wohl geboten, das Urteil zu revidieren. Also: Ich nehme meine pauschale Verdammung zurück und fordere Liverpool-Besucher:innen ausdrücklich auf, sich das Programm des Clubs genau anzuschauen.

Derzeit ein besonderes Konzert pro Monat

Aktuell sieht es so aus, als wenn einmal im Monat ein besonders Konzert stattfindet; ansonsten gibt es weiterhin viele Auftritte der so genannten Cavern Club Beatles, aber auch Session-Nächte mit diversen Musikerinnen und Musikern. Hier geht es zum Programm des Clubs: Homepage

Kita der Beatles

Muss man die Geschichte dieser – nein, nicht Geburtsstätte, aber vielleicht Kita der Beatles noch erzählen? Gehört das nicht schon zur Allgemeinbildung? Aber gut, weil’s so schön ist …

Der ehemalige Weinkeller

Es war einmal ein Weinkeller – nach anderen Quellen auch ein Obstkeller – tief unter der Mathew Street. In jenen Tagen, als dort Lagerhäuser standen (siehe auch Die Gasse der Obsthändler). 1957 dann eröffnete ein Jazz-Enthusiast dort den ersten Jazzclub Liverpools. Der sich langsam zum Skiffle-Club wandelte, und damit dann auch zu dem Beatles Club in der Stadt.

Die Beatles im Cavern

Im Januar 1961 hatten die vier – damals noch mit Pete Best am Schlagzeug – ihren ersten Auftritt im Cavern. Der fast geplatzt wäre, weil die Jungs sich zunächst weigerten, Anzüge zu tragen. Nachdem man sich geeinigt hatte, spielten sie, wie damals üblich, mehr oder weniger nonstop in dem Keller. Wo sie am 9. November 1961 auch Brian Epstein sah. Der Rest ist Musikgeschichte.

Der Mythos lebt

Und bleibt Musikgeschichte. Nicht umsonst kehren auch die beiden noch lebenden Beatles immer einmal wieder in jene Kellergewölbe tief unter der Mathew Street zurück. Und auch andere Musiker lieben den Mythos – wie nun wieder zu erfahren war.


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