Der Ruf fehlt. Der Lauf der Zeit, natürlich. Es gibt kaum noch New’s Stands – kleine Geschäfte oder wirklich nur Stände, wo Zeitungen und Zeitschriften verkauft wurden – und erst recht keine »Paperboys« mehr. Männer, die in den Straßen stehen und eine spezielle Zeitung anpreisen und verkaufen. In Liverpool war ihr Ruf ein sehr charakteristisches »Echo!« Die erste Silbe fast unhörbar, die zweite dafür sehr langgezogen. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis mir klar war, dass sie wirklich den Namen der Zeitung rufen …
Boulevard ohne Hetze
Vollständig heißt die Zeitung »Liverpool Echo«, und es ist eine angenehme Variante der gefürchteten britischen Yellow Press. Ich habe bereits darüber geschrieben, dass das Drecksblatt »The Sun« nach ihren Verleumdungen im Zuge des Hillsborough-Disasters bis heute in Liverpool boykottiert wird. (Hier zu finden), und auch die anderen Schmierblätter haben es eher schwer an der Mersey. Der »Echo« kommt zwar durchaus reißerisch daher, ist in der Printausgabe auch ein ziemlich schmaler Geselle, aber er hat unbedingt seine Vorteile.

Denn die wirklich empfehlenswerte englische Zeitung »The Guardian« wurde zwar in Manchester gegründet und berichtet noch immer über wichtige Geschehnisse im Norden des Landes, aber es ist natürlich eine große, überregionale Publikation. Kleinteiliges zu Liverpool und Merseyside kann man dort nicht erwarten.
Webseite mit vielen Informationen
Das bekommt man eben im »Echo«. Und nicht nur in der Printausgabe, sondern vor allem auch auf der Homepage https://www.liverpoolecho.co.uk/ Und war kostenlos – was ich als Journalistin für den falschen Weg halte, aber es scheint zu funktionieren. Ein besonderes Schmankerl finden Fans der Liverpooler Stadtgeschichte – und damit natürlich automatisch der Beatles-Historie in dieser Rubrik https://www.liverpoolecho.co.uk/news/nostalgia/

