Happy New Year, everybody! Noch ist das Jahr ja frisch genug, um gute Wünsche in die Welt hinauszusenden. Und die Tage sind auch frisch, selbst in Liverpool, wo es selten richtig winterlich kalt wird. Eine gute Gelegenheit, einmal wieder ins Museum zu gehen!
Der Segen der eintrittsfreien Museen
Tony Blair drückte 2001 eine Entscheidung durch, für die er noch lange positiv in Erinnerung bleiben wird (neben vielen, die ihn dauerhaft in einem schlechten Licht zeigen): nämlich eine von Maggie Thatchers durchgehend extrem schlechten Entscheidungen rückgängig zu machen. Seit 26 Jahren also ist in Großbritannien der Eintritt in staatliche Museen wieder kostenlos. Ein echtes Argument für Kultur-Urlaube auf der Insel, erst recht in Liverpool, das dank seiner Geschichte als reiche Handelsstadt mit einer Vielzahl hervorragender Museen glänzt.

Das World Museum – das älteste Museum der Stadt – verdankt dieser Vergangenheit der Stadt auch ganz direkt viele Exponate, denn die Händler vergangener Jahrhunderte haben natürlich stets interessante Objekte aus allen Ecken der Welt mitgebracht an die Mersey – ob immer legal, war lange fraglich, wird in der Gegenwart aber aufgearbeitet.
Vier große ethnologische Abteilungen
Immerhin gehört die ethnologische Sammlung des World Museum Liverpool zu den sechs größten in England. Die vier Hauptbereiche beherbergen eine afrikanische, eine amerikanische, eine ozeanische und eine asiatische Abteilung. Und in jeder einzelnen kann man Stunden verbringen.
In einer Reihe mit Kunstmuseum und Bibliothek
Aber von vorn: Wie so oft in der Stadt ist schon das Gebäude einen Besuch wert. In einer Reihe mit der ebenfalls wunderschönen Central Library (Über die ich bereits hier geschrieben habe) und der Walker Art Gallery steht der neoklassizistische Bau am nördlichen Innenstadtrand, schräg gegenüber der ebenfalls sehenswerten St. Georges Hall.
Architektonische Pracht im Eingangsbereich
Nach Betreten des Gebäudes ist die architektonische Pracht sogar noch besser zu sehen. Das Beitragsbild zeigt das Gemälde über der Ticketkasse (Sonderausstellungen sowie der Eintritt ins Planetarium kosten Eintritt), und das ebenfalls direkt in der Eingangshalle befindliche Café vermittelt den Charme eines britischen Gentlemen’s Club, inklusive weiterer sehenswerter Kunstwerke.

Wer sich aufmacht, das Museum zu erkunden, hat die Qual der Wahl. Soll es eine der erwähnten ethnologischen Sammlungen sein (mit ihren Bezügen zu Liverpool sehr empfehlenswert), die riesige naturgeschichtliche Abteilung oder die lehrreiche physikalische? Oder doch eher das Aquarium oder das Plantatrium?
Im Zweifelsfall wiederkommen
Eine falsche Entscheidung gibt es hier nicht, nur eine, bei der man weiß, dass man noch einmal wiederkommen muss.
Für weitere Informationen hier die Webseite des Museums.


4 Antworten zu “Die ganze große Welt”
Immer wieder interessant dieser Blog und wenn es offenbar Orte gibt, wo man keine falschen Entscheidungen treffen kann, ist das doch wunderbar.
Genau, in Liverpool ist die einzige falsche Entscheidung, nicht lange genug vor Ort zu sein …
Ich war bis „eben“ in einem Land, in dem Rentner freien Eintritt in Museen haben, Ausländer aber sonst einen höheren Eintrittspreis Zahlen als Einwohner.
Bei unseren Museumspreisen hier wohl ein Kulturtat sondergleichen, wobei ich mich gleichzeitig frage, ob das finanzierbar ist.
Mal sehen, wo es mich alles so „rein“ treibt…
Uwe
Der freie Eintritt in Großbritannien hat eine dermaßen positive Wirkung auf das Kulturverständnis der Menschen – das ist einfach nur sensationell. Ich verfolge das nun schon so viele Jahre, nicht nur in Liverpool, sondern auch in London. Da gehen ganz oft Familien in die Museen, die Kinder wachsen also damit auf. Höhere Preise für Ausländer finde ich dagegen rassistisch.